Vorsorgeüberblick, Medienüberblick

Quelle Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.04.2015,

Teure Pflegeheime!!!

Bewohner müssen trotz gestiegener Zuschüsse mehr zahlen

ami. BERLIN, 3. April. Trotz der Anhebung der Pflegeleistungen um vier Prozent

zu Jahresbeginn müssen Heimbewohner bis zu 56 Euro im Monat mehr

aus der eigenen Tasche zuzahlen als im Jahr zuvor. Das geht nach Informationen

dieser Zeitung aus neuen Berechnungen hervor, die der Verband der Privaten

Krankenversicherung (PKV) angestellt hat. Der Grund liegt darin, dass

die mit den Pflegekassen ausgehandelten und von den Ländern genehmigten

Pflegesatzkosten stärker gestiegen sind als der Zuschuss von der Pflegeversicherung.

Der PKV-Verband bezieht sich auf die Kosten, die die mehr als 13 000

deutschen Pflegeheime im Durchschnitt von ihren Bewohnern verlangen. Da es

um Durchschnittszahlen geht, können sie je nach Region auch höher oder

niedriger ausfallen. Demnach stiegen zwar die monatlichen Zuweisungen der

Pflegeversicherung um bis zu 62 Euro auf 1612 Euro (Pflegestufe 3). Doch seien

im Gegenzug die Kosten im bundesweiten Durchschnitt laut PKV-Pflegedatenbank um

bis zu 107 Euro gestiegen, in Pflegestufe 3 auf 3437,34 Euro im Monat. Daraus

errechne sich ein in allen drei Pflegestufen gewachsener Selbstfinanzierungsanteil.

Der liege in Pflegestufe 1 bei 1427Euro, das sind 29 Euro mehr als noch

im November 2014. In Pflegestufe 2 betrage er mit 1648 Euro 56 Euro mehr als

im Vorjahr und in Stufe 3 liege die Zuzahlung mit 1825 Euro immer noch 36

Euro über der vom Herbst. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung,

Karl-Josef Laumann (CDU), sagte dieser Zeitung dazu, die Pflegeversicherung

sei als Teilkaskoversicherung konzipiert. Sie trage dazu bei, "die Finanzierung

der pflegebedingten Kosten abzumildern". Andere Kosten, wie für Unterkunft

und für Verpflegung, seien selbst zu zahlen. Wenn diese zwischen

Heimen und Kassen ausgehandelten Kosten stiegen, schlage sich das entsprechend

nieder. "Dass jedoch alle 13030 stationären und 12745 ambulanten

Pflegeeinrichtungen nun ihre Pflegevergütungen erhöht hätten, halte ich für

sehr unwahrscheinlich", sagte Laumann. Der PKV-Verband hatte allerdings von

den durchschnittlichen Kosten der Heime berichtet. Er sieht in der wachsenden

"Vorsorgelücke" den Beleg dafür, dass mehr Privatvorsorge nötig sei, und wirbt

für die vom Staat mit 60 Euro im Jahr bezuschusste Versicherung "Pflege-Bahr".


 
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