Leistungen der Pflege

Pflegeversicherung

Pflegeversicherung

Gute Pflege ist teuer - die gesetzliche Pflegeversicherung reicht oft nicht aus
Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen. Gut zwei Millionen Deutsche brauchen ständig Pflege. Zwei Drittel werden zu Hause betreut, ein Drittel stationär. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt die Kosten oft nicht annähernd. Ein Heimplatz kostet häufig 3.000 Euro im Monat, davon tragen Sie als Pflegebedürftiger rund die Hälfte selbst. Diese Kosten können Sie mit einer Pflege-Zusatzversicherung absichern.

Schützen Sie sich mit einer ergänzenden privaten Pflegeversicherung
Es gibt drei Varianten der ergänzenden Pflegeversicherung: Die Pflegerentenversicherung zahlt je nach Hilfsbedarf eine monatliche Rente aus, sobald Sie pflegebedürftig werden - je nach gewähltem Tarif schon ab Pflegegrad 1. Die Pflegekostenversicherung erstattet nach Vorleistung der gesetzlichen oder privaten Pflichtversicherung die verbleibenden Kosten, je nach Vereinbarung bis zu 100 Prozent. Die Pflegetagegeldversicherung zahlt einen vereinbarten Betrag für jeden Pflegetag.

Tipp: Der Staat belohnt Ihre private Zusatzvorsorge. Die Beiträge zu Ihrer ergänzenden privaten Pflegeversicherung können Sie in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen absetzen.


Die gesetzliche Pflege-Pflichtversicherung zahlt unabhängig
von der finanziellen Situation und dem tatsächlichen
Finanzbedarf des Pflegebedürftigen. Kritiker wie
der Finanzwissenschaftler Professor Bernd Raffelhüschen
sprechen deshalb von einer „Erbenschutzversicherung“.
Diese sorge dafür, dass vorhandenes Vermögen nicht vollständig
aufgezehrt werde, sondern Kindern und Enkeln
zugutekomme. Diese Kritik darf allerdings nicht den Blick
darauf verstellen, dass die Leistungen nicht ausreichen,
die Kosten einer Betreuung im Pflegefall vollständig zu
bestreiten. Das gilt umso mehr bei Unterbringung in einem
Pflegeheim.
Noch werden die meisten Pflegebedürftigen in den eigenen
vier Wänden betreut. Hier übernehmen oft Angehörige
den größten Teil der Betreuung. Insbesondere Frauen,
ob Ehefrau, Schwester, Tochter oder Schwiegertochter,
kommen dieser Aufgabe nach. Pflege ist weiblich – das
gilt auch für die professionelle Pflege. Mehr als 85 Prozent
der Beschäftigten von Pflegediensten und in Pflegeheimen
sind Frauen.

Der Eigenanteil, den Pflegebedürftige leisten müssen, ist
immens. Er muss durch laufende Einkünfte oder zulasten
des Vermögens, das ein Leben lang mühsam aufgebaut
wurde, finanziert werden.
Und die Finanzierungslücke wird noch größer werden.
Viele Pflegeeinrichtungen nehmen das PSG II zum Anlass
für Preissteigerungen.
Bei der Pflege zuhause fallen geringere Kosten
an. Aber es bleiben die Aufwendungen
für Miete, Strom, Essen und Kleidung.
Im Pflegeheim werden der Pflegesatz sowie
Kosten für Unterkunft und Verpflegung fällig.
Aber auch Investitionskosten, die der Betreiber
eines Pflegeheimes aufbringen muss, um
notwendige Instandsetzungen oder Neubauten
zu finanzieren, sind vom Pflegebedürftigen
anteilig zu finanzieren. Hinzu kommt der
Ausbildungszuschlag, mit dem sich Bewohner
von Pflegeeinrichtungen an den Kosten
für die Ausbildung junger Menschen in Pflegeberufen
beteiligen müssen.
Besonders schwierig ist die Situation für
Paare, bei denen ein Partner pflegebedürftig
wird und stationär gepflegt werden muss.
Für den verbleibenden Partner schrumpft das
monatliche Einkommen dramatisch. Nicht
selten muss die gemeinsame Immobilie verkauft
werden und noch im hohen Alter wird
ein Umzug erforderlich. Dass die Pflegekosten
auf absehbare Zeit sinken könnten, ist
mehr als unwahrscheinlich. Zu personalintensiv
sind die Leistungen und zu teuer ist die Arbeitskraft.
Zudem steigen die Auflagen
und Anforderungen an die Qualität der Pflege.

 


 
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